Internetseiten Weißenbrunner Geschichte
Weißenbrunn
Grün, seit jeher Ortsteil von
Weißenbrunn
Gemeindeteile:
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Allgemein Die
heutige politische Gemeinde Weißenbrunn im Landkreis Kronach entstand in Folge
der bayerischen kommunalen Gebietsreform 1971 bis 1978. In dieser Zeit schlossen
sich die ehemals selbstständigen Gemeinden Eichenbühl, Gössersdorf,
Hummendorf, Reuth, Thonberg und Wildenberg der größeren Kommune Weißenbrunn
an. Bis auf Gössersdorf
waren die übrigen Gemeindeteile über Jahrhunderte durch die überwiegende
Grundherrschaft des Rittergeschlechts derer von Redwitz und der mit ihnen
stammesverwandten Marschalk von Ebneth zu Wildenberg geprägt. Aber selbst in Gössersdorf
hatten die von Redwitz bzw. das adeligen Rittergut Weißenbrunn Besitz.
Bis auf Gössersdorf das zur ev. Pfarrei Kirchleus
gehört sind die übrigen Orte schon seit vorreformatorischer Zeit kirchlich der
Pfarrei Weißenbrunn (1557 reformiert) zugeordnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg
richteten sich die katholischen Neubürger 1946 einen Betsaal im Saal der
Gastwirtschaft „Paradies“ ein. In Thonberg wurde 1947/1948 eine katholische
Kirche gebaut, die heute von den Katholiken des Gemeindegebietes besucht wird.
Die Kirche ist eine Filiale zur kath. Pfarrei Küps. Kurz hinter Gössersdorf entspringt der Leßbach, der
sich weiter durch Weißenbrunn, Reuth und Hummendorf schlängelt. Wildenberg
liegt dagegen hoch über Weißenbrunn und dem Rodachtal, wie auch Thonberg sich
hauptsächlich in einer Hanglage über Reuth ausbreitet. Über die Besiedlungsgeschichte ist wenig bekannt. Auf einer Terrasse über der Rodach bei Hummendorf
konnten ergiebige steinzeitliche Bodenfunde, die zwischen 50.000 und 20.000 v.
Chr. datiert werden, gesichert werden. Um 1900 fanden sich bei Wildenberg Waffen und
Schmuck, die heute in der Vor- und frühgeschichtlichen Staatssammlung in München
ausgestellt werden. Es wird vermutet, dass die Teile aus einem Hügelgrab der frühesten
Bronzezeit um 1500 v. Chr. stammen. Der spätere Fund einer Lanzenspitze wurde
in die Frühhallstattzeit ca. um 1200 v. Chr. datiert. Beachtenswert ist auch
der sogenannte Thonberger Helm, ein bronzener Kappenhelm, der im Germanischen
Nationalmuseum in Nürnberg ausgestellt wird. Eine Nachbildung wird in einer
Vitrine im Rathaus Weißenbrunn gezeigt. Der Helm wurde 1906 in einer Sandgrube
beim Thonberger Ortsteil Sachspfeife gefunden und wird in die Zeit um 1200 v.
Chr. datiert. Dies dürften lediglich Spuren einer frühen Begehung
durch Jäger und Sammler oder Relikte durchziehender Krieger gewesen sein,
sicherlich nicht aber Zeugnisse einer so frühen Besiedlung, da dafür weitere
Funde und Belege fehlen. Wenden wir uns jetzt der Geschichte der einzelnen
Gemeindeteile zu.
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Weißenbrunn
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| Markante
Geschichtsdaten: |
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| 1285/1287 | Erste
bekannte Nennung von Wizenbrunnen in der Stiftung für den Priester und
Mönch Lutold im Domkalendar Bamberg mit Anniversar „Directorii veteris
pro choro Bamb. pars hyemalis“, angelegt 1285 - 1287. |
| 1348 | Im Rechtsbuch des Bamberger Bischofs Friedrich von Hohenlohe, dem Bamberger Urbar B, wird der Besitz des Hochstifts in Weizzenbrune angeführt. Der Hinweis eines Lehens „vor dem Friedhof“ gibt den Schluss, dass Weißenbrunn bereits ein ritterschaftlicher Pfarrort mit Kirche und Friedhof war. |
| 1350 | In einer Urkunde des Dietrich von Redwitz zu Wildenberg finden wir die erste namentliche Nennung eines Pfarrers von Weißenbrunn „Dyetreich Pfarr zu Weissenbrun“. |
| 1361 | erfolgt ein Gütertausch zwischen Dietrich von Redwitz zu Wildenberg und seinen Söhnen mit dem Kloster Langheim. Durch den Tausch eines Hofes in Feldbuch und dem Dorf mit Mühle Grafendobrach erhalten sie den umfangreichen Klosterbesitz in Weißenbrunn. |
| um 1362 | haben vermutlich die Ritter von Redwitz zu Wildenberg ihren Sitz nach Weißenbrunn verlegt, nachdem Dietrich Marschalk von Ebneth die Burg Wildenberg als Erbburggut vom Bischof übertragen erhielt. Der Ansitz der von Redwitz dürfte in der sogenannten Bastei zu finden sein, die später als Teil der Veste Oberndorf genannt wird. Mit den noch imponierenden Mauerresten der „Bastei“ haben sich bei den Häusern Braustraße 40 und 42 die letzten Zeugnisse einer einst wehrhaften ritterlichen Vergangenheit erhalten. |
| 1399 | wird ein Burgstall zu Oberndorf und ein Hof in Oberndorf drei Brüdern von Oberndorf vom Hochstift Bamberg zu Lehen gegeben, Vorbesitzer war deren Vater Eberhard, der noch 1387 als zu Friesen gesessen genannt wird. Standort der als Burgstall bezeichneten ehemaligen Wehranlage war vermutlich auf einer Insel im ehemaligen „Schafweiher“, östlich der späteren Veste Oberndorf. |
| um 1400 | hatten drei Adelsgeschlechter ihren Sitz in Weißenbrunn: die von Redwitz auf der Bastei, die von Oberndorf auf Burgstall und Hof in Oberndorf und die von Haßlach, deren freieigener Ansitz mutmaßlich unterhalb der Bastei, in Nähe der Oberndorf-Behausung lag. |
| 1422 | erwirbt Heinz von Redwitz den Besitz derer von Haßlach und wird 1426 nach dem Aussterben der von Oberndorf auch mit deren Besitz belehnt. Mit dem Sitz Oberndorf wird ihm 1433 auch ein Burggut in Steinberg verliehen. Die drei Ansitze werden in eine befestigte Anlage umgewandelt. |
| 1461 | kauft Hans von Redwitz die Behausung Oberndorf und den dazugehörigen Besitz von Peter von Schonstadt zurück, der wohl 1453 diesen erworben hatte. |
| 1463/1471 | Veit von Schaumberg zu Stufenberg und Eberhard Schenk von Niedern Siemen verkaufen ihren Besitz in Weißenbrunn, bestehend aus je einen Hof und je 5 Selden, an das Hospital zu Kronach. Das Kronacher Spital wird somit neben den von Redwitz zu Weißenbrunn und Theisenort und den Marschalk zu Wildenberg größter Grundbesitzer im Ort. Das Spital teilt sich die Dorfherrschaft mit dem Domkapitel Bamberg und ihrem Stiftungsbesitz von 1285/87. Dieser als Obleyfragment bezeichnete Besitz wird zur Nutznießung jeweils an Domherren vergeben. |
| 1464 | ist erstmals von der „vesten und behawsung Oberndorf genannt bey Weysennbrun gelegen“ die Rede. Die Veste Oberndorf war Burg und Schloss der Dorf- und Grundherren von Redwitz und befand sich in der Niederung zwischen der „Bastei“ und dem Schlottermühlbach. Die wehrhafte Burg war mit Mauern und Türmen versehen und mit Wassergraben und Wall zusätzlich gesichert. In einer preußischen Militärlandkarte von 1759 ist Weißenbrunn mit der Veste Oberndorf eingezeichnet. |
| 1491 |
wird das Wirtshaus des Letz von Redwitz zu Theisenort in einer Lehensurkunde angeführt. |
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1514 |
verleiht verleiht
Ritter Peter von Redwitz zu Theisenort seine „Schenkstatt mit allen
Zugehörungen bei dem Bach im Dorfe Weyssenprun dem Fritz Zollstab, Wirth
zu Weyssenprun, die Schenkstatt zu nießen und zu gebrauchen mit Mulzen,
Brauen und Schenken“.
Die adelige von Redwitz-Theisenorter Schenkstatt wird bereits 1491
und 1500 mit dem Lehenauftrag an den Markgrafen und einem Kaufvertrag
zwischen Letz und seinem Sohn Peter von Redwitz zu Theisenort erwähnt.
Ihr Ursprung wird noch weit vor 1491 liegen. Allerdings wird erstmals 1514
ausdrücklich auf die bestehende Braugerechtigkeit hingewiesen, die aber
vermutlich schon vorher mit dieser Schenkstatt verbunden war.
Die zusätzliche Bezeichnung „am Bach“ diente der
Unterscheidung zu anderen vorhandenen Schenkstätten. Die Schenkstatt lag
am Weißbrunnbach, der seinen Ursprung im Weißbrunnen hat. Seit
Jahrhunderten wird das Wasser des Weißbrunnen zum Brauen genutzt, was zur
vorzügliche Qualität des Weißenbrunner Bieres beitrug.
Heintz Gampert wird 1619 erstmals als Inhaber genannt und die
Schenkstatt mit Brauerei verblieb seitdem im Besitz der Familie Gampert.
Die heutige Gampertbräu begründet ihre Tradition auf die
Verleihungsurkunde des Peter von Redwitz vom 13. Oktober 1514. Der Fritz Zollstab scheint schon in einer Urkunde vom 27. Juni 1505 auf. Die Gebrüder Peter und Achaz von Redwitz zu Theisenort verleihen ihm damit einen Erbhof in Gössersdorf. 1638 wird eine Schenkstatt in Gössersdorf als Zubehörung zum Rittergut Weißenbrunn angeführt. Es könnte daher möglich sein, dass bereits 1505 und vorher der den von Redwitz zu Theisenort und ab 1600 zum Weißenbrunner Rittergut gehörende Erbhof in Gössersdorf eine Schankgerechtigkeit besaß und Fritz Zollstab darauf Wirt war. Ein Gut mit Wirtshaus im Besitz des Ritterguts Weißenbrunn gehörend wird 1792 erwähnt. Um 1800 ist Johann Friedrich Schultheiß als Wirt in Gössersdorf genannt, der in zwei Ehen mit Töchter des Weißenbrunner Bräuers Heinrich Gampert, Sohn des Johann Heinrich Gampert jun., verheirat war. Sein Sohn Heinrich Schultheiß erbt 1826 von seinem Großvater Heinrich Gampert sein Wirthaus mit Brauerei in Weißenbrunn, die spätere Schultheißbräu. |
| 1525 | Im
Bauernkrieg wird auch die Veste Oberndorf in Weißenbrunn von den
aufrührerischen Bauern schwer beschädigt. Fritz von Redwitz macht einen
Schaden von 3.200 Gulden für das Schloss und 166 Gulden 2 Pfund 15
Pfennig für seine persönliche Habe geltend. |
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1532 |
Weigand von Redwitz, Fürstbischof von
Bamberg, gewährt seinen Vettern auf ihren Besitzungen in Weißenbrunn und
Wildenberg eine besondere höhere Gerichtsbarkeit. In einer weiteren
Urkunde sind die Besitzungen der Adeligen in Weißenbrunn genau
aufgeführt: Fritz von Redwitz zu Weißenbrunn mit 1
Schenkstatt, 1 Selde, 6 Güter, 1 Badstube in Weißenbrunn, 1 Hof, 1
Mühle, 13 Güter zu Oberndorf (= Umgriff des Ansitzes), weitere 2 Höfe
und 21 Güter um die Schlottermühle und in Grün. Fritz Marschalk von Ebneth zu Wildenberg mit
1 Schenkstatt, 2 Höfe und 10 Güter. Wolf Christoph von Redwitz zu Theisenort mit
1 Schenkstatt, 2 Selden und 1 Mühle. Weiteren Besitz in Weißenbrunn hatte noch
das Spital zu Kronach und das Domkapitel Bamberg mit seinem Fragment. Eine Mulz- und Bräugerechtigkeit auf diesen
drei Schenkstätten wird dabei nicht extra erwähnt, da dieses Recht den
Adeligen wohl schon seit jeher zustand, auch wenn sich dafür keine
Urkunden mehr finden. Es ist nicht vorstellbar, dass der Bischof als
Landesherr seinen Vettern dieses Recht verweigert hätte, da durch die
Umgeldfreiheit (Umgeld war eine frühe Form der Getränkesteuer für Bier
und Wein) den Adeligen finanzielle Vorteile erwachsen wären. So besaßen
die adeligen Besitzer von Weißenbrunn bereits seit Alters her das
Privileg der Braugerechtigkeit und nutzten es entsprechend. Die Stadt
Kronach, die ansonsten in ihrem Umgriff ebenfalls ein landesherrliches
Bierprivileg besaßen, musste diese Einschränkung ihrer Rechte im Bezug
auf Weißenbrunn akzeptieren. Die von Marschalk von Ebneth zu Wildenberg’sche
Schenk- und Braustatt geht mit dem Verkauf des Rittergutes Wildenberg im
Jahre 1700 an das hochfürstliche Stift Bamberg. Ab ca. 1740 finden sich
Heubleins als Wirte und Metzger auf dem jetzt Bamberger Lehen. Von Johann
Georg Heublein, geboren 7.4.1748 in Weißenbrunn und 10.3.1831 auch hier
gestorben, haben sich zwei seiner Tagebücher von 1771 - 1792 und 1793 -
1811 erhalten, die uns Aufschluss über die umfangreichen
Geschäftstätigkeiten des umtriebigen Bräuers geben. Aus einigen der
wenigen lokalen Notizen können wir uns heute noch ein Bild von Not und
Elend machen, welches die Napoleonischen Kriegszüge auch über unsere
Heimat brachten. Die Christoph Heublein’sche Braustätte (heute
Braustraße 4) geht im Jahre 1900 in den Besitz der Gampertbräu
über. Über
die Entstehung einer herrschaftlichen Braustätte im Umgriff des adeligen
Ansitzes gibt es keine Überlieferung, allerdings wird 1610 in einem
Güteranschlag das „Brau- und Mulzhaus“ mit angeführt. Das Brauhaus
ist noch 1823 Bestandteil des Rittergutes und dürfte spätestens 1851 bei
Zerschlagung des Rittergutes untergegangen sein. Sein Standplatz war im
Areal des herrschaftlichen Gutshofes (heute Wildenberger Straße /
Rotmühlweg).
1676 genehmigt der Rat der Stadt Kronach gegen den Widerstand des
Dorfherrn die Errichtung einer Schenkstatt mit Brauerei auf einen zum
Spital gehörenden Lehen in Weißenbrunn. Nach der Besitzübernahme von
Weißenbrunn durch Hannß Ulrich von Redwitz geht 1685 der Streit zwischen
der Dorfherrschaft und der Stadt Kronach weiter. Es kommt dabei zu
beiderseitigen Handgreiflichkeiten und Übergriffen, die 1686 den Landes-
und Oberlehenherrn, Fürstbischof Marquard Sebastian Schenk von
Stauffenberg veranlassen, den Weißenbrunner Adeligen zur Mäßigung zu
ermahnen, andernfalls er mit der Entziehung des Bräuprivilegs drohte.
Nach den Archivalien zog sich der Streit über 50 Jahre erfolglos hin.
Nach dem Urkataster von 1853 ist das „Bamberger Wirtshaus“ der
größte Gebäudekomplex im Ort. Nachdem um 1750 ein Gabriel Häublein,
vorher Wirt in Hummendorf und mit den Weißenbrunner Wirten verwandt, für
ca. 10 Jahre Bestandswirt auf dem Spitallehen war, kam erst um 1870
Heinrich Heublein, ein Bruder des Christoph Heublein, in Besitz des
Anwesens und führt die Brauerei erfolgreich weiter. Schließlich
übernahm Christoph Schultheiß durch Kauf 1908 diese Brauerei und wurde
dadurch der größte Brauer im Ort. Mit dem 1974 erfolgten Abbruch des
ehemaligen Gasthauses "Bamberger Hof", verschwand eines der
ältesten Gebäude des Ortes mit Bausubstanz des 16./17. Jahrhunderts. Obwohl Obwohl heute von den einstmals fünf
Brauereien nur noch die Gampertbräu existiert, wird Weißenbrunn nach wie
vor als „Bierdorf“ bezeichnet. |
| 1557 | Hans von Redwitz zu Weißenbrunn führt die Reformation im Ort ein. |
| 1565 | Ersterwähnung von Schlahereüth = Weißenbrunner Ortsteil Schleyreuth |
| 1588 |
ErstellteHauptmann und Kastner zu Kronach
ein Verzeichnis sämtlicher adeliger Schenkstätten mit eigener Brauerei.
Für Weißenbrunn ist angegeben: |
| 1622 | verkauft Friedrich Weigand von Redwitz seinen Besitz Weißenbrunn mit allen Zugehör an Ernst von Wildenstein auf Schlopp und seinem Bruder Georg Klaus. |
| 1631 | Im Zuge der Gegenreformation werden bis 1648 zwangsweise katholische Pfarrverweser in Weißenbrunn eingesetzt. Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 werden die kirchlichen Zustände wie vor dem Restitutionsedikt von 1629 wieder hergestellt. |
| 1632 | Ernst von Wildenstein zu Weißenbrunn stellte sich in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges auf die protestantische Seite. Er wird zum Hochverräter erklärt und sein Besitz durch Wallenstein der Stadt Kronach überschrieben. Die Stadt kam aber wirklich nie in den Besitz von Weißenbrunn und den ebenfalls konfiszierten Gütern des Veit von Redwitz zu Theisenort, so dass 1639 vom Bischof die vakanten Rittergüter Stockheim und Haßlach an Kronach als Ersatz übergeben wurden. |
| 1646 | erwirbt der thüringische Adelige Liebmann von Meußbach von seinem Schwiegervater Ernst von Wildenstein das Rittergut mit Veste Oberndorf und allem Zubehör. |
| 1685 | Hans Ulrich von Redwitz aus dem Hause Hassenberg kauft für sich uns seiner Familie den angestammten Besitz Weißenbrunn zurück. |
| 1698 |
Unter
dem Patronat des Dorfherren Hans Ulrich von Redwitz und dem Pfarrer Johann
Leonhard Glaser wird das heutige Kirchenschiff in den Jahren 1698/99 an
den aus dem 16. Jahrhundert stammenden Turm neu errichtet. An dem Bau
wirken verschiedene örtliche Handwerker mit. Das
Tonnengewölbe wird 1706 vom Weißenbrunner Maler Wolff Christoph Hornung
ausgemalt, der 1716 auch das Tafelbild im Altar schuf. Der Altaraufbau von
1716 stammt von Johann Nikolaus Ehrhardt, Müller und Schreiner auf der
Schlottermühle (Gmd. Weißenbrunn), der Figurenschmuck vom Kronacher
Bildhauer Johann Dümlein. Die Finanzierung des Baues und seiner
Ausstattung erfolgte überwiegend durch die Pfarrangehörigen. Hauptwerk
des Joahnn nikolaus Ehrhardt ist der 1700 geschaffene Altar der Kirche in
Schmölz. |
| 1716/17 |
wird
dewird der Dorfbrunnen mit der nackten Figur einer Wassernixe durch Johann
Dümlein aus Kronach geschaffen, von dem bereits die Figuren des Altars
stammen. Die Kosten werden des Brunnens werden durch die
„Gemein-Laden“, der Gemeindekasse getragen. |
| 1767 | stirbt mit den brandenburgischer Kammerherr und Oberforstmeister im Dienste der Bayreuther Markgrafen, Carl Friedrich Philipp von Redwitz, die jüngere Familienlinie der von Redwitz-Weißenbrunn aus. Er war wohl der letzte Protestant des Gesamtgeschlechts, da die anderen Linien bereits Anfang des 18. Jahrhunderts wieder zum katholischen Glauben zurückkehrten. Die Dorfherrschaft geht an die katholische Linie der von Redwitz-Unterlangenstadt über. |
| 1803 | Das Kurfürstentum Bayern übernimmt u. a. die fränkischen reichsunmittelbaren Fürstentümer mit den eingesprengten reichsritterschaftlichen Territorien, so auch die Herrschaft Weißenbrunn. |
| 1830 |
Die Veste Oberndorf wird in dieser Zeit wegen Baufälligkeit abgebrochen. Die wehrhafte Niederungsburg war mit einem Mauerring, drei Türmen, Tor, Wassergraben und Wälle wehrhaft gesichert. Gegenüber dem Tor befand sich mit der Bastei eine weitere wehrhafte Anlage. Die Dorfherren hatten schon 1807 ihren Wohnsitz im Schloss Wildenroth genommen.Ein anschließender Schlossneubau wurde nie fertiggestellt und ausgebaut.Auf dem Rathausvorplatz, gegenüber der Bastei, wurde zum Ortsjubiläum im Jahre 2011 ein großer Wappenstein der Veste Oberndorf mit Bauinschriften von 1470 und 1536 aufgestellt. Das Original wurde von den Freiherrn von Redwitz in Ihr Schloss Wildenroth überführt und dort im Treppenhaus eingemauert. |
| 1848 | Während
der Märzrevolution wird der Amtssitz des Rittergutes von den Aufrührern,
hauptsächlich Auswärtige, überfallen und dabei das Archiv und die
Amtsregistratur zerstört und verbrannt. |
| 1863 |
Der
Zimmermann Christoph Feulner erwirbt das nie fertiggestellte neue Schloss,
bricht erst einen Teil, dann 1869 den Rest ab, und erbaut sich eine
herrschaftliche Villa, heute im Volksmund als „Schloss“ bezeichnet.
Von der ehemaligen Veste Oberndorf und dem neuen Schloss haben sich oberirdisch keine Bauteile erhalten, einzig der Mauerkranz der gegenüberliegenden „Bastei“ mit den darrunterliegenden Kellern. |
| 1898 |
Gründung
der heutigen Quarzsandwerke, einen bedeutenden Hersteller von Granulate für
technische Keramik und Porzellanindustrie. |
| 1914 | Baubeginn der Lokalbahn Neuses – Weißenbrunn mit Haltepunkte in Hummendorf und Reuth, die am 1.7.1916 eröffnet wird. Die Bahn bringt für die Weißenbrunner Industrie einen wirtschaftlichen Aufschwung. Erst 1947 wird auch der Personenverkehr bis und ab Kronach aufgenommen, jedoch 1954 wieder eingestellt. 1994 kam auch das Ende für den Güterverkehr. Die Strecke wurde bis zur Rodachbrücke zurückgebaut und dient heute zum Teil als Radweg. |
| 1927 | Nachdem 1850 das Haus des freiherrlichen Jägers Schneider (heute Schulweg 3) als Schulhaus erworben und ausgebaut wurde, erwies es sich bald als zu klein. Durch Kriegs- und Nachkriegszeit konnte jedoch erst 1927 ein längst fälliger Neubau mit vier Klassenräumen und Lehrerwohnungen bezogen werden. |
| 1936 | Das
Schwimmbad, eine Sport- und Erholungsstätte im Tal wird eröffnet. Das
Schwimmbad wird durch die Weißbrunnquelle gespeist, die auch
Wasserlieferant für die Brauerei ist. Das Wasser in der Anlage besitzt
Trinkwasserqualität. |
| 1937 | wird das heutige Rathaus errichtet, damals jedoch als Haus der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) mit Kindergarten. 1946 übernimmt es die Innere Mission und es wird ein internistisches Fachkrankenhaus als Filiale zum Kreiskrankenhaus eingerichtet. Ab 1953 wird das ehemalige NSV-Haus durch die Rummelsberger Anstalten als Altenheim geführt, bis es 1985 die Gemeinde Weißenbrunn erwirbt und als Rathaus mit Gemeindebibliothek und Mehrzweckraum für Vereine umgebaut. |
| 1946 |
Durch
Durch Aufnahme von 455 Heimatvertriebenen in den Jahren 1944 – 1946
stieg die Einwohnerzahl von 1142 auf 1597 an. |
| 1947 | Am Standplatz der alten Pfarrscheune im Paradies wird ein Kindergarten gebaut. |
| 1952 | beginnt „Am Mühlberg“ eine rege Bautätigkeit, die ab 1954 auch „Am Ruhstein“ einsetzt. Durch die zwei Siedlungsgebiete konnte die seit Kriegsende bestehende Wohnungsnot behoben werden. Von Kronach kommend hat sich dadurch die Ansicht des Ortes positiv verändert. |
| 1994 | Nach dem Neubau eines Kindergartens wird im alten Kindergartengebäude am Paradiesplatz ein Brauer- und Büttner-Museum eingerichtet. |
| 2010 |
feiert
der Gemeindeteil Weißenbrunn das Jubiläum der ersten bekannten Erwähnung
des Ortes von 725 Jahren. Zu
diesem Anlass erschien eine zweibändige, reich bebilderte Ortschronik,
aus der alle wichtigen Geschichtsdaten zu entnehmen sind: Die Chronik ist zum Preis von € 17,50 pro Band erhältlich bei Gemeindeverwaltung
Weißenbrunn |
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letzte Änderung: 11.10.2011
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